Harald Andreas - Unternehmensberatung für Innovation und Wachstum

„What is a business? The only function of a business is to create customer value and to innovate." Peter F. Drucker

Die disruptive Innovation im Automobilbau ? PDF Print E-mail

Sie kennen Lithium-Ionen Akkus?

Natürlich ... in Ihrem Akkuschrauber, Ihrem Handy und Ihrem Notebook stecken Lithium-Ionen-Akkus.

Demnächst auch in Ihrem Auto. Gerade kommen die ersten Sportwagen mit Elektroantrieb und Lithium-Ionen-Akkus (bzw. Lithium-Titanat-Akkus) auf den Markt. Vorbei sind die Zeiten, in denen Elektroautos knapp 80 km/h schnell waren und eine Reichweite von 100 Kilometern hatten.
Nein, wir reden von richtigen Sportwagen mit den Fahrleistungen eines Porsche 911 Carrera, einer Reichweite von 400 km und kurzen Ladezyklen.

Handelt es sich um eine disruptive Inovation? Mehrere Start-Ups entwickeln gerade eine Technologie und platzieren sie in einer Nische, die von den großen Herstellern nicht beachtet wird. Zugegeben ... die Stückzahlen sind im Moment homöopathisch. Die amerikanische Firma Tesla Motors plant für den Anfang 2000 Roadster pro Jahr bei einem Preis von $100.000 pro Wagen. Bei der Lightning Car Company in England wird die Produktion aufgrund des dreifachen Preises noch deutlich niedriger liegen. Doch wie immer entwickeln sich die Technologien weiter und erobern Märkte - langsam aber stetig.

Dies könnte dazu führen, dass etablierte Automobilhersteller diese Chance verschlafen ... ähnlich wie die deutschen Hersteller beim Rußpartikelfilter und beim Hybridantrieb.

Wir dürfen also gespannt sein, ob in 10 oder 20 Jahren ganz neue Namen die Automobilindustrie beherrschen.

 
Innovation im Italien der Renaissance PDF Print E-mail

"There is nothing more difficult to plan, more doubtful of success, nor more dangerous to manage than the creation of a new order of things. ... Whenever his enemies have the ability to attack the innovator they do so with the passion of partisans, while the others defend him sluggishly, so that the innovator and his party alike are vulnerable."

Niccolo Machiavelli, Il Principe, herausgegeben in Italien im Jahr 1513

(hier in englischer Übersetzung aus: Diffusion of Innovations, Everett M. Rogers )

 
Designed by Apple in California , Assembled in China PDF Print E-mail


So steht es auf der Verpackung meines neuen iPod. Apple`s Dollardruckmaschine läuft und läuft und läuft und ...

... Rekord-Umsätze ... Rekord-Gewinne ... Rekord-Aktienkurse.

Grundlagenentwicklung in Germany (das vermisse ich auf der Verpackung)

Die Gene des iPod stammen aus Deutschland. Erst das Komprimierungsverfahren MP3 - entwickelt vom Fraunhofer Institut - ermöglicht es eine ganze CD-Sammlung auf einem iPod unterzubringen. Ohne diesen Algorithmus - ein Stück Software, technisches Know-How - würde Apple heute keine Rekordumsätze und Gewinne machen. Apple hat es meisterlich verstanden diese Idee zu Materie werden zu lassen - und diese Materie verkauft sich zu gewinnträchtigen Preisen in riesigen Stückzahlen.

Und wo sind die deutschen Unternehmen in diesem Markt? Es gibt keine! Die anderen waren wieder einmal schneller oder cleverer oder ...

Ich weiß, ich weiß ... Deutschland ist zu teuer ... in der Produktion. Deshalb überlassen wir anderen bereitwillig neue Produkte. Ist in Deutschland nicht produzierbar, weil ... Sie wissen schon die Lohnnebenkosten sind zu hoch. Schauen Sie einfach in die nächste Talkshow rein. Der eine oder andere Politiker oder Interessenvertreter wird Ihnen noch mehr dazu erzählen können.

Bisher war es immer so, daß deutsche Erfindungen ganz groß rauskamen, wenn ein Japaner sich des Produktes annahm. So damals geschehen bei Faxgeräten und anderen mehr. Heute mögen es die Taiwanesen oder seit neuestem die Chinesen sein. Billiglohnländer eben.

Doch dieses mal ist alles anders. Dieses mal ist es kein Unternehmen aus einem Billiglohnland. Oder würden Sie Kalifornien dazu zählen. Die Bauteile kommen aus Fernost, zusammengebaut wird in China und die Gewinne fließen kräftig in die USA zu Apple.

Inzwischen sind es Hochlohnländer wie die USA, die mit deutschen Erfindungen Gewinne machen. Die Deutschen dagegen gehen leer aus. Der deutsche Händler hat an einem 200 Euro iPod nur 10 Euro Marge. Und wie das Handelsblatt bemerkt, hat auch Infineon den Markt völlig verschlafen:

" Apple kauft den Speichermarkt leer. Während der deutsche Chipkonzern Infineon den Boom der begehrten NAND-Speicher für MP3-Player an sich vorbeiziehen ließ und nun das Speichergeschäft völlig abspaltet, schlagen sich die Kunden um die Chips der restlichen Hersteller."( Handelsblatt 17. November 2005)

Es hapert wieder einmal an der Umsetzung.

Was uns fehlt sind nicht die technischen Hintergründe und die Ingenieure. Die Basistechnologie stammt aus Deutschland. Doch wir haben es wieder nicht verstanden etwas daraus zu machen - ein Produkt, das die Menschen kaufen. Fehlt uns die Vorstellungskraft oder der Mut? Sind wir zu sehr mit den bestehenden Geschäften beschäftigt.

Wir müssen das, was wir haben, besser umsetzen und neue Geschäfte erschließen. Alles was wir in den nächsten 10 bis 20 Jahren an neuen Produkten sehen werden, gibt es heute bereits in Form von Patenten, Basistechnologien und in den Labors. Innovationen brauchen meistens Jahrzehnte von der ersten Idee - der Erfindung - bis zum durchschlagenden Markterfolg.

Der Airbag in Automobilen wurde in Deutschland bereits um 1950 patentiert. Zuerst eingesetzt wurde er in den 70-iger Jahren in USA und 1980 in der Mercedes S-Klasse.

Das Mobiltelefon ist eine Erfindung aus den USA der 20-iger Jahre. Seit 1958 kennen wir es in Deutschland als Autotelefon, das den halben Kofferraum beanspruchte. Später gab es fünf Kilogramm schwere Mobiltelefone, die einen halben Aktenkoffer füllten. Erst 1992 eroberte Nokia den Markt mit dem ersten Handy (475 Gramm) wie wir es heute kennen.

Es ist also schön und gut, wenn wir heute die Forschung fördern und verstärken wollen. Doch das bringt uns, wenn wir so weitermachen wie bisher, nicht wirklich weiter. Die Geschäfte mit diesen Produkten machen andere - wie Apple. Wenn es zudem noch Jahrzehnte dauert, bis aus den Erfindungen erfolgreiche Produkte geworden sind, dann sollten wir unsere deutsche Innovationsstrategie grundlegend überdenken.

Setzen wir, das was wir heute schon kennen um, haben wir in Kürze eine Reihe von gewinnbringenden Innovationen auf den Markt.

Umsetzung ist das Gebot der Stunde.

Lassen Sie uns alle anfangen. Erobern wir die Märkte von morgen mit unseren Ideen, Forschungsergebnissen und den daraus abgeleiteten Produkten.

 

 
Die Bewertung von Neuem ist das schwierigste im Innovationsmanagement. PDF

 

Gerade ausgewiesenene Experten scheitern erstaunlich oft, wenn sie die Aussichten von Neuem vorhersagen. Die folgenden Beispiele sprechen für sich:

 

Düsenantriebe für Flugzeuge haben keine Zukunft, weil sie im Vergleich zu Propellerantrieben zu schwer sind.

National Academy of Science (England) 1940

 

Prognose für den weltweiten Handy-Absatz im Jahr 2000: 50 Mio Stück (tatsächlich wurden es 450 Mio Stück)

Nokia 1992

 

Banken belächeln das Konzept der Brüder Albrecht für Aldi - und verweigern Kredite.

Aldi 1955

 

Patentanwälte wollen kein Patent auf den Laser anmelden, weil sie keine Anwendung dafür sehen.

Bell Labs 1960

 

Es gibt weltweit einen Bedarf von vielleicht 5 Computern.

IBM 1943

 

Mikroprozessoren - schön. Aber wozu sollen sie gut sein?

IBM 1968

 

Es gibt keinen Grund, warum jemand sich zu Hause einen Computer wünschen sollte.

Digital Equipment (DEC) 1977

 

Bill Gates unterschätzt lange Zeit die Bedeutung des Internets - bis er von einem Tag auf den anderen sein ganzes Unternehmen darauf ausrichtete.

Microsoft 1995

 

Bosch führt das ESP-System (elektronisches Stabilitätsprogramm) ein. Geplant sind kleine Stückzahlen als Sonderausstattung für die automobile Oberklasse . Im Herbst 1997 kippt die neue Mercedes A-Klasse beim Elchtest um. Mercedes setzt daraufhin ESP in der A-Klasse ein. ESP wird sehr schnell zum Standard und in großen Stückzahlen verkauft.

Bosch 1995

 

Ja, lächeln Sie ruhig. Mir geht es jedesmal genauso, wenn ich eine neue Anekdote dieser Art finde. Im Nachhinein ist es immer lustig, wenn Experten eine Entwicklung falsch beurteilt haben. Doch versetzen Sie sich einmal in die selbe Lage. Wie handeln Sie in solchen Bewertungssituationen? Denken Sie einmal zurück - wieviele der Dinge, die Sie für aussichstlos hielten, haben sich heute als extrem erfolgreich erwiesen? Und wieviele der vermeintlichen sicheren Geschäfte waren Flops.

Wir bewerten Neues aufgrund unseres persönlichen Weltbildes, das oftmals durch die Vergangenheit geprägt ist. Ich selbst versuche immer, wenn ich etwas Neues bewerte, mich an diese Beispiele zu erinnern. Meine Devise lautet dann: "Sei offen. Da kann viel mehr dransein, als Du auf den ersten Blick siehst!"

 

 
Widerstand als Innovationsindikator PDF

Great spirits have always encountered violent opposition from mediocre minds. - Albert Einstein

Sie sind in guter Gesellschaft, wenn Sie mit Ihrer Idee auf starken Widerstand stoßen. Sehen Sie also den Widerstand gegen Ihre Innovationen nicht negativ. Ärgern Sie sich nicht darüber. Widerstand ist ein Qualitätsmerkmal für wirklich gute Ideen.
Natürlich jubelt jeder, wenn Sie mit einer Idee ankommen, die schon im manager-magazin angepriesen wurde oder die Ihre Konkurrenz bereits erfolgreich einsetzt. Von solchen Ideen können Sie (fast) jeden sofort überzeugen.

Doch der große Fehler dabei ist:
manager-magazin kann jeder lesen. Die Konkurrenz kopieren kann jeder. Solche Ideen sind nicht neu, nicht originell und werden in Kürze garantiert von allen eingesetzt.

Wenn Sie jedoch überall nur Kopfschütteln und Ablehnung ernten, ist es möglich, daß Sie etwas völlig Neuem auf der Spur sind.

Meine Widerstands-Bewertung für Ideen:
Wenig Widerstand = flaue Idee, allgemein bekannt
Mittlerer Widerstand = könnte gut sein
Dramatischer Widerstand = richtig gut, richtig neu, noch nie dagewesen