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So steht es auf der Verpackung meines neuen iPod. Apple`s Dollardruckmaschine läuft und läuft und läuft und ...
... Rekord-Umsätze ... Rekord-Gewinne ... Rekord-Aktienkurse.
Grundlagenentwicklung in Germany (das vermisse ich auf der Verpackung)
Die Gene des iPod stammen aus Deutschland. Erst das Komprimierungsverfahren MP3 - entwickelt vom Fraunhofer Institut - ermöglicht es eine ganze CD-Sammlung auf einem iPod unterzubringen. Ohne diesen Algorithmus - ein Stück Software, technisches Know-How - würde Apple heute keine Rekordumsätze und Gewinne machen. Apple hat es meisterlich verstanden diese Idee zu Materie werden zu lassen - und diese Materie verkauft sich zu gewinnträchtigen Preisen in riesigen Stückzahlen.
Und wo sind die deutschen Unternehmen in diesem Markt? Es gibt keine! Die anderen waren wieder einmal schneller oder cleverer oder ...
Ich weiß, ich weiß ... Deutschland ist zu teuer ... in der Produktion. Deshalb überlassen wir anderen bereitwillig neue Produkte. Ist in Deutschland nicht produzierbar, weil ... Sie wissen schon die Lohnnebenkosten sind zu hoch. Schauen Sie einfach in die nächste Talkshow rein. Der eine oder andere Politiker oder Interessenvertreter wird Ihnen noch mehr dazu erzählen können.
Bisher war es immer so, daß deutsche Erfindungen ganz groß rauskamen, wenn ein Japaner sich des Produktes annahm. So damals geschehen bei Faxgeräten und anderen mehr. Heute mögen es die Taiwanesen oder seit neuestem die Chinesen sein. Billiglohnländer eben.
Doch dieses mal ist alles anders. Dieses mal ist es kein Unternehmen aus einem Billiglohnland. Oder würden Sie Kalifornien dazu zählen. Die Bauteile kommen aus Fernost, zusammengebaut wird in China und die Gewinne fließen kräftig in die USA zu Apple.
Inzwischen sind es Hochlohnländer wie die USA, die mit deutschen Erfindungen Gewinne machen. Die Deutschen dagegen gehen leer aus. Der deutsche Händler hat an einem 200 Euro iPod nur 10 Euro Marge. Und wie das Handelsblatt bemerkt, hat auch Infineon den Markt völlig verschlafen:
" Apple kauft den Speichermarkt leer. Während der deutsche Chipkonzern Infineon den Boom der begehrten NAND-Speicher für MP3-Player an sich vorbeiziehen ließ und nun das Speichergeschäft völlig abspaltet, schlagen sich die Kunden um die Chips der restlichen Hersteller."( Handelsblatt 17. November 2005)
Es hapert wieder einmal an der Umsetzung.
Was uns fehlt sind nicht die technischen Hintergründe und die Ingenieure. Die Basistechnologie stammt aus Deutschland. Doch wir haben es wieder nicht verstanden etwas daraus zu machen - ein Produkt, das die Menschen kaufen. Fehlt uns die Vorstellungskraft oder der Mut? Sind wir zu sehr mit den bestehenden Geschäften beschäftigt.
Wir müssen das, was wir haben, besser umsetzen und neue Geschäfte erschließen. Alles was wir in den nächsten 10 bis 20 Jahren an neuen Produkten sehen werden, gibt es heute bereits in Form von Patenten, Basistechnologien und in den Labors. Innovationen brauchen meistens Jahrzehnte von der ersten Idee - der Erfindung - bis zum durchschlagenden Markterfolg.
Der Airbag in Automobilen wurde in Deutschland bereits um 1950 patentiert. Zuerst eingesetzt wurde er in den 70-iger Jahren in USA und 1980 in der Mercedes S-Klasse.
Das Mobiltelefon ist eine Erfindung aus den USA der 20-iger Jahre. Seit 1958 kennen wir es in Deutschland als Autotelefon, das den halben Kofferraum beanspruchte. Später gab es fünf Kilogramm schwere Mobiltelefone, die einen halben Aktenkoffer füllten. Erst 1992 eroberte Nokia den Markt mit dem ersten Handy (475 Gramm) wie wir es heute kennen.
Es ist also schön und gut, wenn wir heute die Forschung fördern und verstärken wollen. Doch das bringt uns, wenn wir so weitermachen wie bisher, nicht wirklich weiter. Die Geschäfte mit diesen Produkten machen andere - wie Apple. Wenn es zudem noch Jahrzehnte dauert, bis aus den Erfindungen erfolgreiche Produkte geworden sind, dann sollten wir unsere deutsche Innovationsstrategie grundlegend überdenken.
Setzen wir, das was wir heute schon kennen um, haben wir in Kürze eine Reihe von gewinnbringenden Innovationen auf den Markt.
Umsetzung ist das Gebot der Stunde.
Lassen Sie uns alle anfangen. Erobern wir die Märkte von morgen mit unseren Ideen, Forschungsergebnissen und den daraus abgeleiteten Produkten.
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